Gerade machen viele Menschen in unserem Bundesland eine harte Zeit durch. Die Flutkatastrophe hat innerhalb weniger Stunden viele Menschen obdach- und mittellos gemacht. Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind bei den Opfern dieser Katastrophe! Viele Familien saßen in ihren Häusern fest, müssen ohne Strom auskommen und von ihren Vorräten leben. Wohl dem, der gut vorbereitet ist. Spätestens jetzt sollten wir uns mal über einen Notvorrat Gedanken machen.

Krisenvorrat oder Notvorrat anlegen

Gründe für einen Notvorrat

Ein Vorrat an Grundnahrungsmitteln ist immer eine gute Idee. Das kann ganz simple Gründe haben wie ein überraschender Besuch oder auch eine längere Krankheit. Es kann aber auch irgendwann tatsächlich ein Katastrophenfall eintreten. Dann sind wir froh, wenn wir vorgesorgt haben und uns einige Tage selbst versorgen können, bis Hilfe von Außen eintrifft.

Eines haben wir in den letzten Monaten doch auf die harte Tour lernen müssen. Wenn einmal eine Krise eingetroffen ist, ist es zu spät, mit dem Einkaufen anzufangen. Die Supermärkte sind innerhalb weniger Tage oder gar Stunden leer gekauft, wenn sie überhaupt noch da sind. Lege dir also auf jeden Fall einen Grundvorrat an! Das hat nichts mit hamstern oder horten zu tun, denn du nutzt deine Lebensmittel ja auch tatsächlich. Wir reden hier von einem rotierenden System, das dich und deine Familie in Krisenzeiten schützen wird.

Auch in Nicht-Krisenzeiten ist ein guter Vorrat eine super Sache, denn du kannst verdammt viel Geld beim Einkauf sparen. Darüber habe ich hier schon einmal mehr geschrieben.

Das gehört in einen guten Notvorrat

Es gibt eine große und wichtige Grundregel: Kaufe nur das, was du oder deine Familie auch wirklich esst!

Es bringt überhaupt nichts, wenn du ein Haufen Geld für Notnahrung und gefriergetrocknete Lebensmittel ausgibst. Du wirst diese Nahrungsmittel hoffentlich nie essen müssen. Im schlimmsten Fall laufen diese teuren Produkte ab und sie taugen nur noch für die Tonne. Freiwillig aufbrauchen, ohne Notsituation wirst du sie bestimmt nicht.

Kaufe also nur die haltbaren Lebensmittel, die du sowieso kaufen würdest. So kannst du dir einen Vorrat anlegen, den du nach und nach immer wieder benutzt und somit austauschst und erneuerst. So hast du im Notfall frische Lebensmittel und musst keine Lebensmittel wegwerfen.

In einer Notsituation ist es gerade für Kinder wichtig, ihre gewohnten Nahrungsmittel zu essen. Das gibt etwas Halt und ein klitzekleines Stück Normalität zurück. Wenn alles um uns herum zusammenbricht, dann sollte man wenigstens einigermaßen gut essen können. Notnahrung vom Outdoorladen sollte da wirklich nur der letzte Notnagel sein! Die Mahlzeiten sind sicher superpraktisch und leicht zuzubereiten, aber ein kulinarischer Genuss werden sie sicher nicht sein.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz rät zu einem Vorrat von mindestens 10 Tagen. Hier kannst du dich weiter informieren und eine „Einkaufsliste“ herunterladen. Es gibt auch einen Vorratsrechner, bei dem du die Anzahl deiner Familienmitglieder angeben kannst und für wie lange du bevorraten willst. Dann spuckt er dir eine recht große Liste an Lebensmitteln aus, die du zu Hause haben solltest. Das ist schon mal ein guter Anhaltspunkt. Allerdings gilt auch hier wieder: Kaufe nur das, was du auch isst! Es bringt überhaupt nichts, 10 Knäckebrotpackungen zu Hause zu haben, wenn das keiner essen mag.

Ich persönlich fühle mich mit einem Vorrat von guten 2-3 Monaten wohler als mit 10 Tagen. Aber das ist jedem selbst überlassen. Manche haben Lebensmittel für ein komplettes Jahr, andere nur für eine Woche. Finde heraus, was für dich die richtige Menge ist.

Vorrat Notlage

Beispiele fürs Frühstück

  • Haferflocken
  • Müsli
  • Cornflakes
  • Dosenbrot
  • Knäckebrot
  • TK-Brötchen (sofern noch Strom zur Verfügung steht)
  • Obst-Konserven
  • Brotaufstriche
  • Marmelade
  • Honig
  • Milch
  • Kaffee, Pulver oder Instant
  • Tee
  • Zwieback
  • Dosenwurst
  • Kakaopulver
Frühstück aus dem Notvorrat

Beispiele für Hauptmahlzeiten

  • Fertigmahlzeiten in Dosen
  • Nudeln
  • Reis
  • Instantkartoffelpüree
  • Gemüse-Konserven
  • Linsen
  • Tütensuppen
  • Milchreis
  • Apfelmus
  • Tomatensauce
  • Sauerkraut
  • Rotkraut
  • Würstchen aus dem Glas
  • haltbare vegetarische Bratlinge
  • Tofu
  • Fleisch aus der Dose
  • Dosenwurst
  • Gewürzgurken
  • Fisch aus der Dose
  • haltbare Maiskolben
  • getrocknete Salami
  • getrockneter Schinken

Grundnahrungsmittel

  • Mehl
  • Zucker
  • Backpulver
  • Salz
  • Trockenhefe
  • Sauerteig
  • Gewürze!
  • H-Milch
  • Instantsoßen
  • vegane Milchalternativen
  • H-Sahne
  • Dosenmilch
  • Vanillezucker
  • Tomaten aus der Dose
  • Essig
  • Öl
  • Ghee
  • Nüsse
  • getrocknete Bohnen
  • Süßigkeiten (ja, eindeutig Grundnahrungsmittel!)

Beispiele für Getränke

  • Wasser, Wasser und nochmal Wasser! Mindestens 2 Liter / Person und Tag
  • Saft
  • Kaffee
  • Tee
  • Limonaden
  • Sirup
  • Zitronensaft

Baby- und Spezialnahrung

  • Milchpulver für Säuglinge
  • Babygläschen
  • Babybrei zum Anrühren mit Wasser
  • kleine haltbare Snacks
  • Quetschies
  • verschiedene Flocken für Brei
  • Obstgläschen
  • Nahrungsmittel für Allergiker

Tierfutter

  • Futter für die Haustiere
  • Einstreu für Käfige
  • zusätzliches Wasser für die Tiere
Pasta für den Vorrat
Krisenvorrat

Aufbewahrung des Notvorrats

Hier kommt es natürlich auf dein Zuhause an. Wer überhaupt keinen Platz hat, muss kreativ werden. Vielleicht kann das Bett etwas höher gestellt werden und darunter flache Kisten mit Nahrungsmitteln gelagert werden. Oder aber du machst eine große Ausmistaktion und nutzt den freigewordenen Platz. Das würde eher zu mir passen!

Wichtig ist, dass du gut an deinen Vorrat rankommst, denn du sollst ihn regelmäßig nutzen, ältere Sachen aufbrauchen und durch neue ersetzen. Stelle die neu gekauften Lebensmittel immer nach hinten und nutze die Sachen von vorne. So hast du ein rotierendes System und es geht nichts kaputt.

Wenn du genug Platz hast, solltest du deinen Vorrat etwas aufteilen. Wenn dein Vorrat im Keller bei Hochwasser absäuft, hast du wenigstens noch einen kleinen Vorrat in deiner Speisekammer oder Küche. Daher möglichst nicht alles an einem Ort aufbewahren!

Auch dein Vorrat in der Tiefkühltruhe zählt zum Notvorrat. Allerdings ist dieser nur sehr bedingt nutzbar, denn bei Naturkatastrophen fällt ziemlich häufig der Strom aus. Aber immerhin kannst du gute 2 Tage davon zehren.

Wichtig ist auch der Schutz vor Schädlingen. Bewahre daher alles in geschlossenen Verpackungen, in Gläsern und in luftdichtverschließbaren Dosen auf. Meine Mehl- und Zuckervorräte bewahre ich in einer großen Plastikkiste mit Deckel auf. Dosen und Gläser stehen nach Inhalt sortiert in einem Regal. Dabei achte ich darauf, dass ich die neuen Waren nach hinten räume und die Reihe nach vorne schiebe.

Vorrat lagern

In der Krise mit dem Notvorrat kochen

Wenn kein Strom mehr da ist, kocht es sich meist schlecht in europäischen Küchen. Es sei denn, du hast einen Gasherd, aber auch da ist damit zu rechnen, dass das Gas aus Sicherheitsgründen abgestellt wird. Nun hast du mehrere Möglichkeiten. Ein Grill im Garten oder auf dem Balkon ist schon mal eine tolle Sache. Sofern du genug Brennmaterial hast, versteht sich.

Eine weitere Möglichkeit ist ein Campingkocher mit Gaskartuschen. Zumindest eine kleine Ausführung davon sollte ja schon in deinem Fluchtrucksack sein. Für zu Hause ist eine größere Ausgabe mit 2 Brennern aber sicherlich komfortabler.

Alternativ soll auch ein Dutch Oven gut geeignet sein. Da habe ich allerdings noch keinerlei Erfahrung mit. Aber vielleicht ist es mal an der Zeit, sich das Ding anzusehen.

Wer natürlich noch einen guten alten Holzherd hat, ist fein raus! Der funktioniert nahezu immer, es sei denn, er steht unter Wasser oder dein Holz ist leer.

Fakt ist, es bringt dir nichts, wenn du all die Lebensmittel oben gesammelt hast, du aber keine Möglichkeit hast, sie zu kochen und zu verarbeiten. Sorge hier genauso vor wie mit den Nahrungsmitteln an sich und denke auch an die entsprechenden Brennstoffe und Feuerstarter (Streichhölzer, Feuerzeug, …).

Ach ja! Nicht dass es zur nächsten Katastrophe in der Katastrophe kommt: Grills niemals drinnen verwenden!

Lebensmittel bevorraten
Notvorrat

Tipps für den Einkauf

Kaufe nicht alles auf einmal! Das würde zum einen verdammt viel Geld auf einmal kosten und zum anderen läuft dann alles zum gleichen Zeitpunkt ab! Achte lieber auf Angebote und schlage dann zu. Kaufe dann nicht nur einen Artikel, sondern gleich 3-5. So vergrößert sich dein Vorrat mit der Zeit und du kannst die Zeit zwischen 2 Angeboten gut mit deinem Vorrat überbrücken. So musst du den Artikel nie zum Originalpreis kaufen und sparst jede Menge Geld.

Und wie oben schon erwähnt, wollen wir unseren Vorrat nicht nur anlegen, dass wir einen angelegt haben, sondern ihn auch aktiv nutzen! Würden wir 20 Dosen Tomaten an einem Tag kaufen, dann wird auch das Mindesthaltbarkeitsdatum dieser 20 Dosen ziemlich gleich sein. Daher ist es auf jeden Fall besser, wenn der Vorrat sich nach und nach aufbaut.

Krisenvorsorge mit einem Notvorrat

Essen und Trinken in Krisenzeiten

Eins ist klar, wir werden sicher keine Gourmet-Menüs kochen, wenn die Welt um uns herum zusammenbricht. Aber einigermaßen normal essen und kochen wäre doch ganz schön. Allerdings wird es auch beim Abwasch schwer, wenn kein Wasser mehr fließt. Ein guter Vorrat an Papptellern, Bechern und Einweggeschirr sollte man deshalb auf jeden Fall haben. Umwelt hin oder her in so einem Fall wirst du keine andere Wahl haben, als von Einweggeschirr oder schmutzigen Tellern zu essen.

Aber was machen wir nun mit dem Einweggeschirr? Logisch, ab in den Mülleimer. Ach ja, der wird ja vermutlich auch nicht geleert. Verdammt! Dann brauchen wir wohl noch ein paar Rollen mit festen Mülltüten.

Notsituationen vorbereiten
Vorräte anlegen Krisenvorbereitung
Krisenvorrat

Lass dich nicht verrückt machen. Dein Vorrat muss nicht morgen fertig im Keller stehen und du musst auch nicht Hunderte von Euro für Notrationen ausgeben. Ich weiß, in der Corona-Krise hat das Geschäft mit fertigen Notrationen geboomt. Allerdings bleiben die meisten dieser Notrationen ungegessen in den Regalen liegen und haben einfach nur einen Haufen Geld gekostet. Ein paar dieser Notrationen für den Fluchtrucksack oder für den Extremfall mag vielleicht ganz gut sein, aber verlasse dich nicht komplett auf diese teuren und sicherlich geschmacklich nicht besonders guten Mahlzeiten.
Lege dir lieber einen Vorrat an Lebensmittel an, die du wirklich essen willst, wenn es zu einer Krise kommt. Es reicht, wenn eine Katastrophe über dich hereinbricht, es muss nicht auch noch eine kulinarische Katastrophe dazu kommen.

Lass es dir gut gehen!

Natalie

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