Lange Zeit habe ich versucht mein Haus aufzuräumen und zu ordnen. Ich habe viele Ordnungsvideos auf Youtube gesehen, viele Blogbeiträge und Bücher gelesen und einen Haufen Geld für Ordnungshelfer ausgegeben und trotzdem war mein Haushalt nicht nachhaltig aufgeräumt. Stunde um Stunde und Euro um Euro habe ich für eine ordentliche Wohnung geopfert, aber alles war nicht nachhaltig. Ich konnte darin aufgehen meine Sachen hübsch zu ordnen, nur um eine Woche später vor den Scherben meines Ordnungssystems zu stehen. Kennst du das? Geht es dir auch oft so? Dann lies weiter!

Küche aufräumen
einen schmalen Flur für eine große Familie

Welche Aufräumtypen gibt es?

Es gibt 4 verschiedene Aufräumtypen, die sich grundlegend unterscheiden. Wer seinen Aufräumtyp kennt, kann sein Zuhause entsprechend ordnen und die Ordnung auch dauerhaft halten. Wenn du deinen Aufräumtyp noch nicht kennst, kannst du hier den Test machen. Jetzt erstmal ein kleiner Überblick über die 4 Typen:

Es-gibt-viel-zu-tun-Erna

Wenn du eine Erna bist, bist du sehr geschäftig. Du hast immer ein Projekt am laufen, gerne auch mehrere auf einmal. Für deine Projekte und Hobbys hast du gerne die neuesten und besten Tools und Hilfsmittel. Da sammelt sich schon so einiges an. Du räumst deine Werkzeuge auch nicht allzu gerne weg, bevor du ein Projekt abgeschlossen hast. Stimmt’s?

Erna ist aber auch eine Ordnungsperfektionistin. Wenn du Sachen gerne detailliert sortierst, sie aber trotzdem gerne sichtbar und griffbereit hast, dann könntest du eine Erna sein. Du nutzt gerne offene Regale, durchsichtige Behälter und Pinnwände und hast eigentlich kein Problem damit ein fertiges Ordnungssystem auch aufrecht zu erhalten.

Trotzdem kannst du Probleme haben dein Zuhause ordentlich zu halten. Denn dein Motto ist: Entweder richtig aufräumen oder erst gar nicht anfangen. Das Problem liegt darin Zeit zu finden diese detaillierten Systeme erst einmal zu erstellen. In der Zwischenzeit werden die Sachen in Stapel aufbewahrt, die sehr schnell zu Unordnung werden können.

Perfekte-Paula

Paula liebt Ordnung und Organisation. Sie kann darin voll aufgehen alles penibel genau zu sortieren und in einzelnen Behältern aufzubewahren. Dabei tendiert sie zu Perfektionismus, sowohl beim Erstellen des Systems als auch beim Aufräumen im Alltag. Und hier liegen auch die Probleme von Paula. Ihr Perfektionismus lähmt sie. Zum einen braucht das Erstellen eines Mikroorganisationssystems sehr viel Zeit und zum anderen fängt Paula erst gar nicht an zu ordnen, wenn sie das perfekte System noch nicht gefunden hat. Sie kann viel Zeit damit verbringen die perfekten Schränke, Körbe und Kisten zu finden. In der Zwischenzeit werden die sortierten Sachen in hübschen, kleinen Stapeln zwischengelagert.
Andererseits hat Paula meist keine Probleme damit, ein einmal erstelltes System aufrechtzuerhalten. Beim Aufräumen nimmt Paula auch Extraschritte, wie das Öffnen von Schränken und Deckel gerne in Kauf, wenn sie dafür bei der nächsten Nutzung der Sache nicht lange Suchen und wühlen muss.
Paula mag ihr Zuhause sehr ordentlich und frei von Kram, daher wandern ihre Ordnungssysteme hinter geschlossene Schranktüren oder in Schubladen.

Aufräumtyp

Aus-den-Augen-aus-dem-Sinn-Alma

Alma hat immer Angst etwas zu vergessen. Aus den Augen aus dem Sinn, das ist ihr Motto. Daher hat Alma ihre Sachen gerne sichtbar um sich und griffbereit. Es befinden sich meist mehr Sachen vor ihren Schränken, als darin. Das Zuhause einer Alma ist daher auch eher unaufgeräumt und chaotisch.

Wichtige Dinge, wie Rechnungen und wichtige Schriftstücke, lässt Alma grundsätzlich offen herumliegen, zum Beispiel auf dem Tisch oder der Küchenarbeitsplatte. Traditionelle Ordnungssysteme in Kisten mit Deckeln oder gar in Schränken, funktionieren bei Almas nicht. Alles muss auf einen Blick erkennbar und schnell und unkompliziert aufräumbar sein.

Hauptsache-schön-Helga

Helgas Zuhause muss sauber und aufgeräumt sein. Sie mag es nicht, wenn Sachen auf Tischen oder Schränken herumliegen. Dabei ist es Helga besonders wichtig, alles möglichst schnell aufzuräumen. Schublade auf und rein damit. Komplizierter darf es nicht sein. Kisten mit Deckeln, vielleicht sogar noch übereinander gestapelt, sind der Horror für Helgas. Sie würde nie den Aufwand betreiben, eine Kiste von der anderen zu nehmen, einen Deckel zu öffnen, die Sache hineinzulegen und das ganz dann wieder ordentlich im Schrank zu verstauen. Da verschwindet das Zeug dann lieber einfach irgendwo im Schrank,
Du merkst ziemlich schnell, wenn du eine Helga bist. Dein Zuhause ist recht gut aufgeräumt, aber in deinen Schränken herrscht ein heilloses Durcheinander.

typgerecht ordnen

Und was hilft dir das Wissen jetzt?

Wenn du deinen Aufräumtyp kennst, kannst du dein persönliches Ordnungssystem finden. Du musst dich nicht mehr mit Ordnungssystemen von anderen Leuten herumschlagen, die dir doch nicht dauerhaft helfen. Wie oft habe ich mir Ordnungshelfer von der Kaffeerösterei oder vom Versandhandel mit dem großen A gekauft und gedacht, dass das jetzt die Lösung für mein Ordnungsproblem sein. Ich habe etliche Youtube-Videos gesehen und versucht mit Feuereifer die Ordnungssysteme zu kopieren und in meinem Haus anzuwenden. Aber in den allermeisten Fällen war die Ordnung schon nach wenigen Tagen dahin. Ich habe immer wieder an mir selbst gezweifelt. Bin ich zu blöd um Ordnung zu halten? Warum können es alle anderen, nur ich nicht?

Wenn du zum Beispiel eine Helga bist, brauchst du ganz einfache Ordnungssysteme, die du im Alltag auch wirklich aufrecht halten kannst. Das Aufräumen muss bei dir super schnell und einfach gehen. Da darf es keine Deckel, Reißverschlüsse oder gar Schachteln in anderen Schachteln geben. Wenn du dir jetzt ein klassisches Ordnungssystem kaufen würdest, was so auf dem Markt zu finden ist, wirst du vermutlich scheitern. Das liegt nicht an dir, es liegt auch nicht an dem Ordnungshelfer, es passt nur einfach nicht zu dir. Die meisten Produkte, die zu mehr Ordnung und Sauberkeit im Haus helfen sollen, sind für Paulas gemacht. Alle anderen Aufräumtypen werden damit vermutlich nicht zurecht kommen.

Wenn du also Inspiration von Youtubern oder Bloggern suchst, dann suche dir Vorbilder aus, die deinem Aufräumtyp entsprechen. Versuche nicht dich zu verbiegen und das Ordnungssystem einer Erna zu kopieren, wenn du doch eine Alma oder Helga bist. Nach nur wenigen Tagen wird die ganze Arbeit zunichte sein. Bleibe dir treu und finde dein eigenes System.

Vielleicht musst du deine eigenen Ordnungssysteme immer wieder überarbeiten, bis es passt. Aber auch das gehört dazu. Ordnung ist kein statischer Zustand, der einmal gefunden werden muss und dann für immer so bleibt. Ordnung ist veränderlich, du muss deine Systeme immer wieder deinen Lebensbedingungen anpassen. Nur so erhältst du eine dauerhafte Ordnung in deinem Zuhause.

Ordnungstypen
dauerhaft Ordnung halten

Der Unterschied zwischen Ordnungstypen und Aufräumtypen

Vielleicht habt ihr schon gemerkt, dass ich nicht das Wort Ordnungstyp oder Organisationstyp verwende, wie das andere Blogger und Ordnungsexperten oft tun. Das liegt daran, dass ich der Überzeugung bin, dass ein und derselbe Mensch vielleicht dem Ordnungstyp Paula angehört, aber dem Aufräumtyp Helga. Verschiedener kann man kaum noch sein! Auf mich selbst trifft das nämlich zu. Ich liebe es alles perfekt zu sortieren. Ich sortiere die Stifte im Farbverlauf, die Gewürze nach dem Alphabet und die Batterien nach Größe. Und kann darin richtig aufgehen. Der Kosmetikkoffer ist unterteilt in viele kleine Abteilungen und hat noch Extratäschchen für Pinsel und Nagellack. Das braucht erstens alles extrem viel Zeit, das System zu erstellen. Zeit, die man als Mutter von 3 Kindern nicht hat. Und zweitens, konnte ich mein schönes System nie länger als 3 Tage aufrecht halten. Dann wurde es mir im Alltag viel zu kompliziert und ich habe alles entweder in die Kisten reingeworfen oder davor gestellt. Das hat natürlich jedes Mal zu mordsmäßigem Frust geführt! Meine ganze Arbeit war dahin. Ich konnte wieder von vorne anfangen! Ein Kreislauf aus Frust, schlechtem Gewissen und „Keine-Zeit-für-nix-haben“ war die Folge.

Wichtig ist daher nicht dein Ordnungstyp, sondern dein Aufräumtyp im Alltag! Deine schönen Ordnungssysteme bringen absolut nichts, wenn du sie im Alltag nicht aufrecht halten kannst!

Wenn du weitere Inspiration und Anregung zum Thema Ordnung suchst, dann schau mal hier und hier nach! Und auf meinem Instagram-Profil kannst du meine Ordnungssysteme in den Storys anschauen.

Kennst du deinen Aufräumtyp? Welcher Typ bist du?
Schreibe es in die Kommentare!

Lass es dir gut gehen!

Natalie

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